Erfolgreiche Kompetenzvernetzung im Unternehmen

Das vom BMBF geförderte Projekt „ChampNet“ der Hochschule Karlsruhe präsentiert umfangreiche Ergebnisse als Orientierungs- und Handlungshilfe

Das Projekt „ChampNet“ will Unternehmen mit hoher Wertschöpfungstiefe und Innovationskraft darin unterstützen, kritische Kompetenzengpässe in Zeiten des Fachkräftemangels frühzeitig zu identifizieren und anzugehen. Die umfangreichen Erkenntnisse liegen nun kostenfrei online als Abschlussband „Vernetzung zentraler Kompetenzträger durch sozio-digitale Werkzeuge – Herausforderungen und Lösungsansätze“ auf www.champnet.de vor. Darüber hinaus bietet die Webseite vielfältige Materialien zum Stöbern sowie kurzweilige Videos und Animationsclips. Wesentliche Projektergebnisse werden auch bei der „Arbeitsforschungstagung 2018 | Arbeitswelten der Zukunft" am 4./5.12.2018 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart, vorgestellt und diskutiert.

Ziel von ChampNet war es, praxistaugliche Methoden zu entwickeln, um die zentralen Kompetenzträger in Unternehmen arbeitsintegriert und fachübergreifend zu vernetzen und so die identifizierten innovationsrelevanten Engpasskompetenzen bei einer breiten Gruppe von Beschäftigen zu verankern. Die beteiligten Unternehmenspartner – Wilo, Sartorius und BMW – erarbeiteten und erprobten mit ihren Mitarbeitern dazu geeignete Off- und Online-Formate, die umfassend evaluiert, in die Personalentwicklung der Unternehmen integriert und durch Enterprise Social Networks (ESN) unterstützt wurden.

Prof. Dr. Steffen Kinkel, Leiter des Projekts und des Instituts für Lernen und Innovation in Netzwerken (ILIN) der Hochschule Karlsruhe, betont: „Um der systematischen Vernetzung von Kompetenzträgern Schwung und Stabilität zu verleihen, müssen analoge und digitale Werkzeuge ineinandergreifen. Die initiale Vertrauensbildung ist wichtig und erfolgskritisch – daher sollte mit dem persönlichen Austausch begonnen werden.“ Zudem müssen die Vernetzungswerkzeuge konsequent in den Arbeitsalltag integriert werden, sie dürfen nicht einfach nur ein weiteres „Tool“ am digitalen Arbeitsplatz sein. Es muss ein konkreter Nutzen für jeden Einzelnen spürbar werden und die Einführung sollte zügig durch eine nutzer- und nutzengetriebene Umsetzung entstehen. Dies wurde wesentlich vom zweiten Forschungspartner im Projekt, der Forschungsgruppe Kooperationssysteme der Universität der Bundeswehr München unter Leitung von Prof. Michael Koch, unterstützt.

Die Ergebnisse einer telefonischen Befragung von 193 Vorreiterunternehmen unterstreichen die hohe Relevanz der im Projekt identifizierten Schlüsselkompetenzen – Problemlöse-, Überblicks-, Netzwerk- und Integrationskompetenz. Sie erweisen sich für mehr als 70 % der befragten Wertschöpfungschampions als (sehr) wichtige Faktoren für ihre Innovationsfähigkeit. Übergeordnet nimmt die Integrationskompetenz als sogenannte „Königsklasse“ eine herausragende Stellung ein, da sie als zentraler und vereinender Ankerpunkt aller fachübergreifenden, zukunftsbezogenen Vorhaben gilt. Kritische Kompetenzengpässe, wenn wenige Kompetenzträger in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen, drohen den Befragungsergebnissen zufolge insbesondere bei der Überblickskompetenz. Die Problemlösekompetenz wird demgegenüber am seltensten als kritisch eingeschätzt. Zudem nimmt fast die Hälfte aller Befragten an, dass es in ihrem Unternehmen noch verborgene Kompetenzträger und ungenutzte innovationsrelevante Kompetenzen gibt.

Insgesamt unterstreichen die Erkenntnisse die hohe Bedeutung der identifizierten Engpasskompetenzen und der internen Kompetenzträger für Vorreiterunternehmen im Innovationswettbewerb, die es durch geeignete Methoden zu identifizieren, zu vernetzen und damit zu sichern und auf mehrere Schultern zu verteilen gilt. Hierfür liefert das Projekt ChampNet wertvolle Methoden, Hinweise und inspirierende Praxisbeispiele aus den beteiligten Unternehmen.

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt ChampNet wurde vom 1.5.2015 bis 31.7.2018 mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ (Förderkennzeichen: 02L12A280ff.) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.

Weitere Informationen:

https://www.hs-karlsruhe.de/presse/das-vom-bmbf-gefoerderte-projekt-champnet-der...
https://www.champnet.de/

 

Quelle: www.champnet.de/

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